Verkehrsanalyse in der Geblergasse

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Reinhard Klauser
Die MINT-Schwerpunktklasse 5D hat im Rahmen einer fächerübergreifenden Projektwoche (Physik/Informatik) den Verkehr in der Geblergasse unter die Lupe genommen. Es wurden Verkehrszählungen und Geschwindigkeitsmessungen durchgeführt; zusätzlich wurden anhand von Sensoren automatisierte Messmethoden entwickelt und analysiert.
Hernalser Gymnasium Geblergasse
Geblergasse 56, 1170 Wien
1170
Schulfächer
fächerübergreifend
Informatik
Physik
Schwerpunkte
Digitalisierung
Gesellschaft
NAWI
SDG-Award
Wien
Alter
Sekundarstufe II
Zeitraum
29.1. - 2.2.2024

Idee / Ziele

Eine Mobilitätserhebung ergab im Schuljahr 2022/23, dass sich Schüler/innen und Lehrer/innen häufig eine Eindämmung des Autoverkehrs, sowie eine Verbesserung für klimafreundliche Alternativen wie Radverkehr wünschen. Im Rahmen einer Projektwoche sollten dazu verkehrsanalytische Daten erhoben werden, welche der Bezirkspolitik kommuniziert werden sollten.

Umsetzung / Ablauf

Im Vorfeld fand ein Austausch mit Wissenschafter/innen des Instituts für Verkehrsplanung der TU Wien statt – es wurden Möglichkeiten diskutiert, in welcher Form eine Schulklasse im Rahmen eines Projekts Verkehrsmessungen durchführen könnten. Zudem bekamen wir leihweise ein Radargerät für Geschwindigkeitsmessungen. Als Vorbereitung wurden im Informatikunterricht Einsatzmöglichkeiten von Ultraschallsensoren für Verkehrsmessungen analysiert; im Physikunterricht wurde das Thema “Geschwindigkeit” im engen Zusammenhang mit Verkehrsphysik, sowie Arten der Verkehrserhebungen behandelt.
Am Beginn der Projektwoche wurden Gruppen für verschiedene Aufgabenbereiche eingeteilt (Projektleitung und –koordination, Verkehrszählung, Geschwindigkeitsmessung, Automatisierte Messungen, PR). Für bestimmte Messungen wurden fixe Zeitfenster geplant, und jeden Tag fanden Teammeetings statt, in denen die gemeinsame Koordination besprochen wurde. Jede Gruppe hatte den Auftrag, ihre Ergebnisse zu dokumentieren (Ergebnisprotokolle, Öffentlichkeitsarbeit und ein Leitungsbericht). Der Projektablauf wurde dabei von der PR-Gruppe auf der Instagramseite medial dokumentiert.

Learnings

Aus der Sicht der Lehr­per­so­nen war es ebenso bemer­kens­wert wie moti­vie­rend, dass die Schüler/​innen mit viel Elan planten und tüftelten, obwohl kein unmit­tel­ba­rer “Noten­druck” vorhanden war (es handelte sich um ein Semes­ter­ab­schluss­pro­jekt nach “Noten­schluss”). Teilweise blieben Schüler/​innen länger in der Schule, um tech­ni­sche Probleme zu lösen, und arbei­te­ten ver­ein­zelt auch zu Hause weiter – hier war viel an intrin­si­scher Moti­va­ti­on zu spüren. Dazu kam ein in der Klasse zuvor nicht in der Form aus­ge­präg­ter Grup­pen­zu­sam­men­halt zu Tage, der auch beim gemein­sa­men Frühstück nach den mor­gend­li­chen Ver­kehrs­zäh­lun­gen spürbar war. Beacht­lich war auch, wie die doch sehr komplexe Ein­tei­lung der Ver­kehrs­zäh­lun­gen (sowohl Kno­ten­punkt­zäh­lun­gen als auch Quer­schnitts­zäh­lun­gen) und auch die von tech­ni­schen Problemen beglei­te­ten auto­ma­ti­sier­ten Messungen von den ver­ant­wort­li­chen Gruppen gemeis­tert wurden (siehe “Lei­tungs­be­richt”). Was die auto­ma­ti­sier­ten Erhe­bun­gen betrifft, konnten Opti­mie­run­gen im Einsatz der Sensoren durch­ge­führt werden, wenn­gleich die Pra­xis­taug­lich­keit nicht gegeben ist. Allein aber die raschen Fort­schrit­te in der kurzen Zeit (und ange­sichts der tech­ni­schen Schwie­rig­kei­ten) zeigen, dass hier wichtige Lern­pro­zes­se statt­ge­fun­den haben – nicht nur, was die ana­ly­ti­sche Her­an­ge­hens­wei­se betrifft, sondern auch in Bezug auf soziale Aspekte wie “trouble shooting” oder Frus­tra­ti­ons­to­le­ranz. Zu den Lern­ef­fek­ten zählte aller­dings auch, dass zum Teil Daten nicht trans­pa­rent erhoben wurden (etwa bei den manuellen Geschwin­dig­keits­mes­sun­gen) – hier wurde aus­führ­lich nach­be­spro­chen, dass zu manchen Fra­ge­stel­lun­gen keine Aussagen getroffen werden können (siehe Ergeb­nis­be­richt), und worauf man in Zukunft hierbei achten sollte. Dass auch Personen der Stadt­ver­wal­tung via Social media Interesse an den gewon­ne­nen Daten zeigten, trug mit Sicher­heit dazu bei, dass im Sinne der Selbst­wirk­sam­keit der Schüler*innen von einem gelun­ge­nen Projekt gespro­chen werden kann. 

Ergebnis / Weiterentwicklung

Die Ergebnisse des Projekts sind im Ergebnisbericht zusammengefasst (siehe Dateianlage). Überraschend war vor allem, dass bei der Knotenpunktzählung etwa ein Drittel der erfassten Fahrzeuge Fahrräder waren; zudem war ebenso aufschlussreich, dass die Radarmessung bereits im Schnitt eine Geschwindigkeit der Autos im Bereich der Maximalgeschwindigkeit (bzw. darüber) ergab. Die erst gegen Ende der Woche erfassten technischen Probleme beim Einsatz der Sensoren lassen für zukünftige Projekte Spielraum, um automatisierte Messungen zu verbessern. In seiner Wirkung geht das Projekt über die sozialen und inhaltlichen Lerneffekte der einzelnen Schüler/innen hinaus: Bei der Präsentation der Ergebnisse in der Hernalser Bezirksvertretung wurden die Ergebnisse vom Bezirksvorsteher Peter Jagsch an das Amt für Straßenverwaltung und Straßenbau (MA 28) weitergeleitet und von der Wiener Mobilitätsagentur für Analysen zum Ausbau der Radverkehrsinfrastruktur aufgenommen.

Teilnehmer_innen

Schüler/​innen der MINT-Schwer­punkt­klas­se 5D des Hernalser Gym­na­si­ums; Lehr­per­so­nen: Reinhard Klauser, Philipp Prin­zin­ger, Thomas Pühringer 

Vorstellung Projektleiter_innen

Reinhard Klauser: Physiklehrer der 5D
Philipp Prinzinger: Informatiklehrer der 5D
Thomas Pühringer: Klassenvorstand und Lehrer der 5D für Mathematik und Biologie

Kontaktanfrage

Projekt:

Verkehrsanalyse in der Geblergasse

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