Gender-/Diversitysprecher:innen (Peers) an der AHS Rahlgasse

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Patrick K. Osterkorn
An der AHS Rahlgasse gilt Gender & Diversity als Schulschwerpunkt fest verankert. Engagierte Peers unterstützen, um diesen im Schulalltag zu leben und weiterzuentwickeln. Dabei steht ein intersektionaler Zugang im Vordergrund, welcher neben dem Konstrukt ,,Geschlecht" auch andere Diversitätskategorien in den Vordergrund rückt.
AHS Rahlgasse
Rahlgasse 4
1060 Wien
Schulfächer
fächerübergreifend
Schwerpunkte
SDG-Award
Alter
Sekundarstufe I
Sekundarstufe II
Zeitraum
In dieser Form wird seit dem Schuljahr 2014/15 mit den Peers gearbeitet und die Arbeit kontinuierlich weiterentwickelt.

Idee / Ziele

Als Peers, sogenannte Gender-/Diversitysprecher:innen, können sich interessierte Schüler:innen freiwillig im Schul- und Unterrichtsgeschehen engagieren. Sie achten u.a. darauf, dass auf (Mehrfach-)Diskriminierungen aufmerksam gemacht sowie dass geschlechtergerechte und inklusive Sprache verwendet wird. Um ihrer Rolle gerecht zu werden, finden in regelmäßigen Abständen Treffen sowie themenspezifische Workshops statt. Ziel ist es, die Schüler:innen weiterzubilden und Aktionen/Veranstaltungen zu planen, um aktuelle Themen im Schulalltag sichtbar zu machen. Durch die Institutionalisierung dieses Amtes wird es den Peers erleichtert, sowohl Mitschüler:innen als auch Lehrende zu gender-/diversitysensiblem Handeln anzustupsen.

Umsetzung / Ablauf

Pro Klasse gibt es ein Team an interessierten Schüler:innen, die sich als Gender-/Diversitysprecher:innen im jeweiligen Schuljahr engagieren. Diese können sich in der ersten Klasse nach einem von den betreuenden Lehrpersonen durchgeführten Einführungsworkshop „Was steckt hinter unserem Schulschwerpunkt?“, der im November/Dezember stattfindet, freiwillig melden.
In der zweiten Klasse bleiben sie als Peers bestehen, außer der:die Klassenvorständin (KV) oder etwa ein:e Schüler:in im Amt sieht die Notwendigkeit, dies abzuändern.
Ab der dritten Klasse melden sich die Peers bei der/beim KV oder direkt beim Gender-/Diversity-Lehrer:innen-Team. In regelmäßigen Abständen treffen sich die Peers das Schuljahr über mit ihren betreuenden Lehrpersonen, klassenübergreifend und je nach Thematik in bestimmten Altersgruppen, um sich im Themenkomplex weiterzubilden, Aktionstage, Projektwochen, Workshops oder sonstige Veranstaltungen im Rahmen der Peer Education vorzubereiten. Als konkrete Beispiele gilt es hier, gendersensible- und sexualpädagogische Workshops, den Tag der Menschenrechte, die „Frauen*woche“ um den feministischen Kampftag, den „Diversity Day“ um den ,,Christopher Street Day" und auch aktuelle anlassbezogene Workshops, die sich bspw. mit 50 Jahre Fristenlösung, Manosphere und toxische Influencer*, Inter*- und Trans*-Biographien auseinandersetzen, zu nennen.
Die betreuenden Lehrpersonen laden zu spezifischen Themen auch akkreditierte Vereine und Organisationen ein (bspw. poika, Courage, efeu, queerfacts, vimö, samara, Safer Internet, FairPlay, Queere Stadtspaziergänge etc.) die mit den Peers arbeiten und diese weiterbilden.
Das Lehrer:innen-Team unterstützt die Peers aber auch bei der Planung von Workshops, die sie anschließend in jüngeren Klassenstufen durchführen. Außerdem wird für einen Safer Space für queere Schüler:innen und Allys im Rahmen von Kinoabenden, Picknicks, Spiele- oder Kochnachmittage geworben und dieser somit geschaffen.
Ein eigens zur Förderung der Schulschwerpunkte gegründeter Schulverein unterstützt diese Aktivitäten in einem bestimmten Ausmaß auch finanziell.

Learnings

Die Peers erleben die Schule dadurch als einen Ort, an dem kritische Reflexion über die Kon­struk­ti­on von Geschlecht, aber auch über andere Diver­si­täts­ka­te­go­rien wie bspw. Behin­de­run­gen, gelebt und gefördert wird. Sie lernen durch ihr Enga­ge­ment nicht nur Geschlechts­ste­reo­ty­pen sowie Geschlechts­hier­ar­chi­sie­run­gen zu hin­ter­fra­gen, sondern sie versuchen dadurch kon­ti­nu­ier­lich, all­tags­welt­li­ches Wissen über Geschlecht zu dekon­stru­ie­ren. Besonders deutlich wird, dass die Peers Diver­si­tät – also Vielfalt, Hete­ro­ge­ni­tät und Gemein­sam­kei­ten – in dieser pluralen Welt, die von unter­schied­li­che Lebens­sti­len, Werten, Über­zeu­gun­gen, Kulturen und Bedürf­nis­sen geprägt ist, als Chance sehen sowie als Potential anerkennen. 
Als betreu­en­de Lehr­per­so­nen schätzen wir durch die Zusam­men­ar­beit mit den Peers, dass man sich durch den Kontakt und Austausch selbst immer wieder kritisch reflek­tiert und prüft, ob etwa die ver­wen­de­ten didak­ti­schen Konzepte mit der aktuellen Lebens­welt der Schüler:innen, mit all ihren unter­schied­li­chen Bedürf­nis­sen, korrespondieren.

Ergebnis / Weiterentwicklung

Die Arbeit mit den Gender-/Diversitysprecher:innen wird auch in den nächsten Schuljahren weitergeführt. Durch die Verankerung der Professionalisierung der Schulschwerpunkte in der Qualitätsentwicklungsperiode 2025/26-2027/28 des Schulentwicklungsplan (QMS) soll der Schulschwerpunkt Gender & Diversity im Schul- und Unterrichtsgeschehen insofern verankert werden, dass möglichst alle Schüler:innen (und nicht nur die Peers) weitgehend ausreichend Gender-/Diversitykompetenz erwerben und dies auch in großer Anzahl im Rahmen der Präsentation einer Abschließenden Arbeit oder einer mündlichen Maturaprüfung im schulautonomen Fach „GUS“ (Gender & Diversity/Umwelt/Soziales) unter Beweis stellen. Zusätzlich besteht auch die Möglichkeit, mittels gewählter Wahlmodule (=Wahlpflichtgegenstände) in der Oberstufe den „GUS-Lehrgang“ mit einem Zertifikat abzuschließen.

Teilnehmer_innen

Pro Klasse (im Schuljahr 2025/26, 29 Klassen) enga­gie­ren sich ungefähr vier Schüler:innen als Gender-/Diversitysprecher:innen. Diese werden vom Gender-/Diversity-Lehrer:innen-Team betreut, welches sich aus ungefähr zehn Lehr­per­so­nen zusam­men­setzt. Bei Bedarf werden akkre­di­tier­te Vereine und Orga­ni­sa­tio­nen ein­ge­la­den, und der schul­ei­ge­ne Verein zur Förderung der Schul­schwer­punk­te unter­stützt in einem bestimm­ten Ausmaß bei der Finan­zie­rung von etwaigen Unkosten (vgl. Abschnitt Umsetzung/​Ablauf).

Vorstellung Projektleiter_innen

Das schulinterne Gender/Diversity-Team an Lehrpersonen setzt sich aktuell wie folgt zusammen: Laura Ascione, Katharina Felber, Patrick K. Osterkorn, Lisa A. Pernausl, Pia Rist, Marlene Scheitz, Evelyn Sutterlütti, Katrin Waldhart.

Dieses Team hat für die Umsetzung des Schulschwerpunktes u.a. folgende Aktionsfelder definiert:

* Organisation von thematisch relevanten Workshops, Aktionstagen und Projektwochen (z.B. Einführungsworkshops, Geschlechtersensible Workshops, Sexualpädagogische Workshops, Gender-Pay-Gap, Tag der Menschenrechte, Feministischer Kampftag, Pride-Month, ...)

* Initiation von Fortbildungen und Diskussionsrunden auf Ebene des Schulpersonals

* Schüler:innen-Beratung in gender/diversity-spezifischen Angelegenheiten

* Schüler:innen-Beratung bei Fragen zu LGBTQIA+

* Schüler:innen-Beratung zu „Abschließenden Arbeiten“ im Themenbereich „Gender & Diversity“

* Unterstützung und Beratung von Schüler:innen zu Gleichbehandlungsfragen

* Betreuung der Gender-/Diversitysprecher:innen

Kontaktanfrage

Projekt:

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