Wiener Lebensgeschichten

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Prof. Goran Novakovic
Ein halbes Jahrhundert Gastarbeiter_innen in Wien. Wiener Gastarbeiter_innen, die schon mehr als 50 Jahren hier leben, sind wichtige Zeug_innen der Vergangenheit.
GTNMS Sonnwendvietel
Gudrunstraße 110
1100 Wien
Schwerpunkte
  • Gesellschaft
  • Lernen
  • Wien
  • Gesellschaft /
  • Lernen /
  • Wien
Alter
  • Sekundarstufe I
  • Sekundarstufe I
Zeitraum
ab Schuljahr 2018/19 laufend

Idee / Ziele

Republik Österreich hat im vergangenen Jahrhundert bilaterale Verträge über die Anwerbung der so genannten „Gastarbeiter_innen“ mit der Türkei (1964) und Ex-Jugoslawien (1966) abgeschlossen. Viele Zehntausende Menschen, die damals nach Österreich kamen, sind heute zwischen 70 und 80 Jahren alt. Heute leben sie als Pensionist_innen meistens teilweise in ihrer Heimat und teilweise in Wien. Ihre Kinder und Enkelkinder machen einen Teil der heutigen Wiener_innen und dadurch auch der Wiener Schüler_innen aus. Die Geschichte der Gastarbeit ist auch ein wichtiger Teil der neueren Geschichte Wiens.

Ein Zeitzeug_innengespräch mit Schüler_innen ist eine gute Gelegenheit dafür, die Kenntnisse über dieses wichtige Thema zu erwerben. Die Schilderungen einer Epoche „aus erster Hand“ sind immer wertvoll, da es sich um die lebenden Zeug_innen mit ihren privaten Lebensgeschichten handelt, die für Schüler_innen spannend sein können. Auf Grund dieser „Impulsgesprächen“ kann man sie anspornen, die eigene Familiengeschichte zu studieren, was wertvolle (Er)Kenntnisse für alle mit sich bringen würde.

Das Ziel ist, die Schüler_innen mit dieser Epoche durch das Gespräch mit dem_der Gastarbeiter_in LIVE sowie im Rahmen eines Vortrags bekannt zu machen und anzuspornen, den Stammbaum und die Migrationsgeschichte der eigenen Familie niederzuschreiben.

Umsetzung / Ablauf

1) In der Vorbereitungsstunde (Deutsch, Geschichte, Projektwoche etc.) wird mit Schüler_innen - dem Alter und dem Typus der Schule angepasst - das Thema „Arbeitsmigration nach Österreich: Von Gastarbeiter_innen bis zu modernen (Wirtschafts)migrant_innen“ erörtert.

Das kann ein Vortrag mit angeschlossenen Fragen für Diskussion sein, den die MA 17 gerne zur Verfügung stellen wird (samt dem/der Vortragenden aus der MA 17, falls die LehrerInnen das wünschen).

Den Schüler_innen die Aufgabe erklärt, die darin besteht, die (Arbeits)Migrationsgeschichte der eigenen Familie zu eruieren. Dafür haben alle (mit und ohne Migrationshintergrund) z.B. eine Woche Zeit. Das kann aber auch nach dem Auftritt des/der GastarbeterIn erfolgen.

2) Vor einer oder mehreren Schulklassen tritt ein_e alte_r Gastarbeiter_in (meistens ex-jugoslawischer oder türkischer Herkunft) auf.

Im Rahmen eines von dem/der MitarbeiterIn der MA 17 moderierten Gesprächs erzählt er/sie den Schüler_innen über sein Leben damals, die Ankunft, die Arbeits- und Familienbiographie, aber auch über sein Leben heute als Pensionist_in, seine/ihre Gedanken über Wien, Österreich etc.

Er/Sie beantwortet ihre Fragen, bringt Sachen aus der Vergangenheit mit (Arbeitskarte, alte Fahrscheine, Photo von de Baustelle, Familienphotos, alten Pass etc.)

3) Die Schüler_innen recherchieren in ihren Familien, fragen ihre Eltern und Großeltern aus, versuchen den Stammbaum zu machen.


4) Im Rahmen eines speziellen Schreibworkshops oder
in einer oder mehreren Schulstunde/n oder
bei älteren Schüler_innen selbständig, als Hausübung

entstehen die Texte darüber, die in einer kleinen Broschüre veröffentlicht werden (oder in einer Stunde den Klassenfreunden vorgestellt werden).

Optional: Gleichzeitig läuft an der Schule die Ausstellung über Gastarbeiter_innen des Vereines „Mitten in Favoriten“.

Optional: Es ist auch möglich, den Besuch einem „Migrantenverein“ mit Tradition abzustatten, dort sich zusätzlich über die Aktivitäten erkundigen, Volkstrachten etc. anschauen, an einem Tanzworkshop etc. teilnehmen.

Learnings

Das Projekt wurde schon im letzten Quartal 2018 als Pilot unter dem Titel „Als wir vor 50 Jahren kamen…“ an der Wiener GTNMS Bil­dungs­cam­pus Sonn­wend­vier­tel durch­ge­führt. Auf Grund des Erfolges und der positiven Meinungen aller Tei­lenh­men­den, wurde das Projekt von der Wiener Bil­dungs­di­rek­ti­on befür­wor­tet und für die Ver­öf­fent­li­chung an dieser Plattform empfohlen. 

Der Impuls kam vom Dach­ver­band für serbische Vereine in Wien und wurde tat­kräf­tig von der MA 17 – Inte­gra­ti­on und Diver­si­tät gefördert und vom Kul­tur­ver­ein „Mitten in Favoriten“ unterstützt. 

Die Teilnehmer_​innen waren Klassen 3A und 4A mit sehr vielen ver­schie­de­nen Her­kunfts­län­dern. Ich habe das Projekt seitens der MA 17 koor­di­niert und sehr wertvolle Erfah­run­gen gesammelt. Die Schüler_​innen waren inter­es­siert und engagiert, haben in ihren Fami­li­en­ge­schich­ten recher­chiert und viel gelernt. Das End­ergeb­nis waren ihre kleinen Aufsätze, Zeich­nun­gen der Stamm­bäu­me ihrer Familien etc.

Ergebnis / Weiterentwicklung

Das Ergebnis des Projektes ist die Broschüre "Als wir vor 50 Jahren nach Wien kamen" Geschichten aus Favoriten, in der alle Aufsätze und Zeichnugnen der Schüler_innen veröffentlicht wurden.

Das Projekt soll jetzt unter dem geänderten Titel allen Wiener Schulen (5. bis 12. Schuljahr) angeboten. Ein "Pool" der älteren Gastarbeiter_innen, die relativ gut Deutsch sprechen, wurde aufgebaut, weshalb die Schulen, die das Projekt realisieren wollen, bei rechtzeitiger Ankündigung eine_n von ihnen "bekommen" können.

Die MA 17- Integration und Diversität bietet dazu (in meiner Person) jede Unterstützung für Pädagog_innen, die das Projekt mit ihren Schüler_innen durchführen wollen. Der Vortrag mit anschließendem Gespräch kann auch von uns zur Verfügung gestellt bzw. geführt werden.

Die Rolle der Leherer_innen bestünde unter anderem darin, ihre Schüler_innen zu motivieren, ihre Familien- und Zuwanderungsgeschichten zu studieren und darüber zu schreiben.

Teilnehmer_innen

Am (von der MA 17 geför­der­ten und vom Dach­ver­band für serbische Vereine in Wien) ein­ge­reich­ten Projekt haben sich folgende Personen(gruppen) beteiligt: 

1) Dach­ver­band für serbische Vereine in Wien, der den Impuls für das Projekt, den Gast­ar­bei­ter für das Gespräch mit den Schüler_​innen und die eigenen Räum­lich­kei­ten für das Abschluss­fest zur Verfügung gestellt hat

2) MA 17 – Inte­gra­ti­on und Diver­si­tät (in meiner Person für Koor­di­na­ti­on usw.) 

3) Der Kul­tur­ver­ein „MItten in Favoriten“, dessen Vertreter sich auch um die Wan­der­aus­stel­lung über Gast­ar­beit gekümmert hat, die man auch in jeder neuen Schule für kurze Zeit zur Verfügung stellen könnte

4) Ernst Schmi­de­rer, als Leiter des Workshops für Schüler_​innen, bei dem die Beiträge für die Broschüre ent­stan­den sind

5) Die Leh­re­rin­nen sowie Schüler_​innen zwei Klassen der GTNMS Sonn­wend­vier­tel Favoriten

Vorstellung Projektleiter_innen

Ich werde das Projekt für MA 17 - Integration und Diversität führen. Mein Name ist Goran Novakovic, ich komme ursprünglich aus Belgrad (Serbien) und lebe seit 28 Jahren in Wien. Ich habe Vergleichende Literaturwissenschenschaft und Germanistik an den Unis Belgrad und Wien studiert. Ich unterrichte BKS an den Wiener VHS-en seit mehr als 25 Jahren.

Seit 1993 arbeite ich ununterbrochen im Bereich Integration. Ich war Herausgeber des dreisprachigen Buches (Wir, die Zugvögel. 10 Lebensgeschichten der ersten GastarbeiterInnen in Wien, Drava Verlag, 2002) und arbeite intensiv mit Migrant_innen.

Ich habe große Erfahrung im Moderieren und in der Arbeit mit verschiedenen Publiken (jung und alt, In- und Ausländer etc.)

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    Projekt:

    Wiener Lebensgeschichten

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