Sprache und Recht (Unterrichtsfach am Gymnasium für Berufstätige)

"Sprache und Recht" zielt darauf ab, die Studierenden mit dem für das Leben erforderlichen juristische Wissen und Können auszustatten und sie zum selbsttätigen Bildungserwerb anzuregen.
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Daniel Leisser
Österreichische Gesellschaft für Rechtslinguistik
Plenergasse 11/8
1180 Wien
seit 2018 laufend

Idee / Ziele

1.1. Die Studierenden sind in der Lage, die Beziehung zwischen Sprache und Recht im Hinblick auf historische und zeitgenössische Problemstellungen kritisch zu hinterfragen.

1.2. Die Studierenden zeigen die Bereitschaft und Fähigkeit, sich selbstständig mit den Funktionen der Rechtssprache auseinanderzusetzen und ihre Bedeutung für die Aufrechterhaltung institutioneller Machtstrukturen zu erkennen.

1.3. Die Studierenden verfügen über grundlegendes Wissen zu den Aufgaben, Begriffen und Strukturen des Öffentlichen Rechts und des Privatrechts in der Republik Österreich.

1.4. Die Studierenden können grundlegende rechtsdogmatische Fragestellungen selbstständig bearbeiten und sind mit zumindest einer empirischen Methode der Angewandten Rechtslinguistik vertraut.

1.5. Besonderes Augenmerk ist auf die Abschnitte „Stärken von Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung“ und „Herstellen von Bezügen zur Lebenswelt“ des Zweiten Abschnitts zu legen.

1.6. Die didaktischen Grundsätze der Fächer Geschichte und Sozialkunde sowie Latein bilden die Grundlage des im Wahlpflichtfach Anwendung findenden Kompetenzmodells.

Piska, Christian. 2018. Podiumsdiskussion "Sprache und Recht in der Schule". Online verfügbar unter https://staatsrecht.univie.ac.at/team/piska-christian/past-events/other-events/detailansicht-2/news/podiumsdiskussion-sprache-und-recht-in-der-schule/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2310db98ea13ddee16d137fc4758231b (5 Juni 2019).

Umsetzung / Ablauf

Schritt 1: Anfrage bei Direktion und Personalvertretung

Schritt 2: Anfrage bei Österreichischer Gesellschaft für Rechtslinguistik für die wissenschaftliche Mitbetreuung)

Schritt 3: Planung, Konzepterstellung, Leistungsfeststellung und -bewertung, Beurteilungskriterien

Schritt 4: Review und Auswahl der Unterrichtsmaterialien (MANZ, Recht kompakt)

Schritt 5: Review und Auswahl der Korpusanalyse-Tools für den Unterricht

Schritt 6: Auswahl der Exkursionstermine ins Landesgericht für Strafsachen

Schritt 7: Evaluation durch das Zentrum für Lehrer*innenbildung

Learnings

3.1. Sach­kom­pe­tenz:
3.1.1. Recht als gesell­schaft­li­ches Konstrukt;

3.1.2. Grund­la­gen des Öffent­li­chen Rechts;

3.1.3. Grund­la­gen des Pri­vat­rechts;

3.1.4. Grund­la­gen der Rechts­phi­lo­so­phie;

3.1.5. die Rechts­norm;

3.1.6. das Rechtsgut;

3.1.7. Geltung und Effek­ti­vi­tät von Recht;

3.1.8. Sprache und Aus­le­gungs­me­tho­den (Wort­in­ter­pre­ta­ti­on, sys­te­ma­ti­sche
Auslegung, his­to­ri­sche Auslegung und teleo­lo­gi­sche Auslegung);

3.2. Metho­den­kom­pe­tenz:
3.2.1. Analyse und Auslegung von Rechts­spra­che in aus­ge­wähl­ter
rechts­lin­gu­is­ti­scher Literatur;

3.2.2. Analyse und Auslegung von his­to­ri­schen und zeit­ge­nös­si­schen
Rechts­tex­ten;

3.2.3. Analyse und Auslegung von Geset­zes­vor­schlä­gen;

3.2.4. Analyse von Haupt­ver­hand­lun­gen am Lan­des­ge­richt für Straf­sa­chen;

3.2.5. Analyse und Inter­pre­ta­ti­on von sprach­li­chen Pro­blem­stel­lun­gen anhand
his­to­ri­scher und zeit­ge­nös­si­scher Fälle;

3.2.6. Analyse und Inter­pre­ta­ti­on von rechts­lin­gu­is­ti­schen Fach­tex­ten.

3.3. Refle­xi­ons­kom­pe­tenz:

Bewusst­seins­bil­dung über
3.3.1. die Divergenz zwischen gewöhn­li­chem und juris­ti­schem
Sprach­ge­brauch;

3.3.2. die Divergenz zwischen gewöhn­li­cher Sprach­in­ter­pre­ta­ti­on und
juris­ti­scher Auslegung;

3.3.3. die Dis­kur­si­vi­tät allen juris­ti­schen Denkens und Handelns („Recht im
Diskurs”)

3.3.4. die Macht­struk­tu­ren im juris­ti­schen Sprach­ge­brauch („Macht durch
Sprache“);

3.3.5. Sprache als Instru­ment in Rechts­ver­kehr, Rechts­schutz und
Rechts­staat­lich­keit

Ergebnis / Weiterentwicklung

Es ist eine Ausweitung des Faches iSd des bereits bestehenden Angebots am Gymnasium für Berufstätige (z.B. Ökonomie) angedacht. Auch wird eine Kooperation mit anderen Abendgymnasien und "Tages"gymnasien in Österreich erwogen. Seitens der Studierenden wurde mehrfach der Wunsch geäußert, die Reifeprüfung "auch in Recht" ablegen zu wollen.

Teilnehmer_innen

Daniel Leisser (ist für die inhalt­li­che und wis­sen­schaft­li­che Gestal­tung des Faches ver­ant­wort­lich)

Harald Mang (tritt mit Oktober 2019 in den wohl­ver­dien­ten Ruhestand)

Aylin Özçelik (übernimmt die Mit­be­treu­ung des Faches)

Ziel­grup­pe sind Stu­die­ren­de des Abend­gym­na­si­ums (7. und 8. Semester – ent­spricht 8. Klasse „Tages“-AHS)

Die wis­sen­schaft­li­che Beglei­tung und Betreuung des Faches erfolgt über die Öster­rei­chi­sche Gesell­schaft für Rechts­lin­gu­is­tik (ÖGRL)

Das Fach wird derzeit durch das Zentrum für Lehrer*innenbildung evaluiert.

Vorstellung Projektleiter_innen

Daniel Leisser

Daniel Leisser studierte Anglistik, Amerikanistik und Geschichte an der Universität Wien und schloss sein Studium mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Seine rechtswissenschaftliche Ausbildung absolvierte er an der Universität Edinburgh. Sein wissenschaftliches Interesse gilt dem Datenschutzrecht, der Gesetzesauslegung und Legistik, und der Rolle sprachlicher Unbestimmtheit im österreichischen Strafverfahren.


Aylin Özçelik

Aus dem oberösterreichischen Salzkammergut abstammend studierte ich seit 2011 Latein und Biologie und Umweltkunde an der Universität Wien. Nach einem teils amüsanten teils prüfungsbeladenen Studentenleben darf ich nun am Wiener Abendgymnasium meinen Beruf als Lehrerin ausüben.

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Projekt:

Sprache und Recht (Unterrichtsfach am Gymnasium für Berufstätige)

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