Jetzt, jetzt... all die Fragen leben

Ein Projekt zu Kirche und Widerstand in der NS-Zeit: Die Schüler_innen erforschten Spuren des Widerstandes, der Zerstörung und des Wiederaufbaus im und um den Stephansdom. Im Dom Museum Wien diskutierten sie künstlerische Positionen und die jeweiligen Zugänge zu den komplexen Ereignissen dieser Zeit. Im Dom Atelier wurden die Eindrücke in neue Objekte der Erinnerung transformiert.
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Katja Brandes
Dom Museum Wien
Stephansplatz 6
1010 Wien
März - Dezember 2018

Idee / Ziele

Die Kunstvermittlung des Dom Museum Wien befragt zusammen mit einer 7. Klasse des Gymnasium Sacre Coeur Wien das Verhältnis zwischen Kirche und Staat während der Zeit des Nationalsozialismus.

Die SchülerInnen begehen Orte, an denen zeitgenössische Kunstpositionen Ereignisse während der NS-Zeit thematisieren. Auch am Beispiel von Gegenwartsarbeiten im Dom Museum Wien analysieren sie, wie KünstlerInnen zu brennenden Fragen der Zeit Position beziehen.

Im Dialog mit ExpertInnen aus Erinnerungskultur und Kirche kommt auch die wechselnde Position der österreichischen Bischöfe gegenüber Hitler-Deutschland zur Sprache. Die Schüler_innen bestimmen die Schwerpunkte der ca. 10 Projekttermine mit, so auch das forschende Lernen im Domarchiv. Im Dom Atelier transformieren sie ihre Rechercheergebnisse zu einer komplexen Text-Bild-Collage in Textiltechnik.

Umsetzung / Ablauf

1. Einstimmung im Wiener Stephansdom
in der Barbarakapelle, Installation der Künstlerin Sybille Loew "Jetzt, Jetzt, Jetzt"

2. Besuch der Restituta-Kapelle und des Gedenkraums
Franziskusspital, 1050 Wien

3. Interview mit Dompfarrer Toni Faber
Fokus auf Alfred Hrdlickas Büste von Maria Restituta

4. Begegnung in der Schule mit Historiker Heinz Arnberger
ehem. Mitarbeiter des Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands

5. Recherche im Dom Archiv

6. Collage im Dom Atelier
Teppich der Erinnerung - Ausschnitte und Kopien der Recherche werden in ein Kunstwerk transformiert

7. Begehung des Erzbischöflichen Palais
Besichtigung des von Nazis zerstochenen Gemäldes mit Kreuzigungsdarstellung

8. Verbindungen in Gips transformieren

9. Präsentation aller Projekte von "Geschichte gemeinsam verhandeln" im Haus der Geschichte Österreichs, 12.12.2018, abends

Learnings

Im Austausch mit Exper­tIn­nen aus Erin­ne­rungs­kul­tur und Kirche und durch eigene kritische Recherche formen die Schü­le­rIn­nen ihr eigenes Bild zu Kirche und Wider­stand zur Zeit des Natio­nal­so­zia­lis­mus.

In unter­schied­li­chen, par­ti­zi­pa­to­ri­schen Ver­mitt­lungs­for­ma­ten schärfen die Schü­le­rIn­nen ihr Bewusst­sein gegenüber anti­de­mo­kra­ti­schen, ras­sis­ti­schen Ent­wick­lun­gen in der heutigen Gesell­schaft.

Teilnehmer_innen

Unter dem Titel „Geschich­te gemeinsam ver­han­deln“ befragten Jugend­li­che im Auftrag des Bun­des­kanz­ler­amts 100 Jahre Republik Öster­reich. Dieses Gesamt­pro­jekt wurde durch das Bun­des­mi­nis­te­ri­um gefördert und von Kul­tur­kon­takt Austria koor­di­niert.

7b-Klasse Gymnasium Sacre Coeur Wien mit Lehr­per­so­nen:
Barbara Deda-Knöll, Susanne Schatz, Barbara Stowasser, Alexander Thorwartl

Dom Museum Wien:
Katja Brandes, Pia Razen­ber­ger, Monika Uhl-Haas, Doris Weidacher

Dom Archiv:
Reinhard Gruber

Dompfarre St. Stephan:
Toni Faber

Erz­bi­schöf­li­ches Palais:
Josef Graisy

Fran­zis­kus-Spital:
Gene­ral­obe­rin Sr. M. Hilda Daurer

Restituta-Forum:
Heinz Arnberger

Vorstellung Projektleiter_innen

Team Kunstvermittlung im Dom Museum Wien:
Katja Brandes (Leitung), Kerstin Kapeller, Silvia Müllegger, Raimund Pleschberger, Pia Razenberger, Carola Schreiner-Walter, Elisabeth Stubenrauch-Janisch, Monika Uhl-Haas, Doris Weidacher

Die aktive Auseinandersetzung in der Gruppe vor den Originalen sowie die Anknüpfung an Fragen von heute bilden den Motor für die Kunstvermittlung. Im Museum lernen die Kinder und Jugendlichen die Techniken, Hintergründe und Geschichten der ausgestellten Kunstschätze in zeitgemäßer Weise kennen.

Ziel unserer Vermittlungsarbeit ist es, Neugier zu wecken für die vielfältigen Inhalte des Dom Museum Wien, im Gespräch zu hinterfragen und neue Sichtweisen zu öffnen. Wir sehen das Museum als Handlungs- und Lernort, der Weltoffenheit und Toleranz gegenüber verschiedenen Kulturen fördert.

Kreativität als Schlüsselqualifikation kann auf verschiedenen Ebenen ausgelebt werden. Das Angebot reicht von spielerisch aufgebauten Museumserkundungen über dialogorientierte Rundgänge – auf Wunsch mit Abstecher in den Stephansdom – bis hin zum Experimentieren mit verschiedenen Werktechniken im Dom Atelier. Hier wird unter fachkundiger Begleitung prozessorientiert gearbeitet. Nicht auf ein Endprodukt wird das Hauptaugenmerk gerichtet, sondern auf die Gespräche und Begegnungen, auf gruppendynamische Prozesse. Zu den Werktechniken für die Grundstufe zählen etwa großformatige Monotypie, Gipsen und Filzen.

Das Team der Kunstvermittlung setzt sich aus erfahrenen Praktiker_innen aus Kunstpädagogik, Montessori- und Kindergartenpädagogik, Kunstwissenschaft und Religionspädagogik sowie aus Künstler_innen zusammen.

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