Bildung mit Nachhaltigkeit

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Barbara Bauer
Unser Standortschwerpunkt „Bildung mit Nachhaltigkeit“ wird in allen unseren vier Institutionen gelebt. (Schule, Hort, Musikschule und Kindergarten) Wir achten auf ökoklogische, nachhaltige Maßnahmen, um bei den Kindern (und Familien) ein grundlegendes Bewusstsein für ressourcenschonenden Umgang zu schaffen.
VS Gumpendorf
Lutherplatz 1
1060 Wien
Schulfächer
  • Bildnerische Erziehung
  • Biologie / Umweltkunde
  • Chemie
  • Deutsch
  • Ernährung und Haushalt
  • fächerübergreifend
  • Geographie / Wirtschaftskunde
  • Geschichte / Politische Bildung
  • Musikerziehung
  • Physik
  • Religion
  • Sachunterricht
  • Technisches Werken
  • Bildnerische Erziehung /
  • Biologie / Umweltkunde /
  • Chemie /
  • Deutsch /
  • Ernährung und Haushalt /
  • fächerübergreifend /
  • Geographie / Wirtschaftskunde /
  • Geschichte / Politische Bildung /
  • Musikerziehung /
  • Physik /
  • Religion /
  • Sachunterricht /
  • Technisches Werken
Schwerpunkte
  • Klimaprojekte
  • NAWI
  • SDG-Award
  • Wien
  • Zukunft
  • Klimaprojekte /
  • NAWI /
  • SDG-Award /
  • Wien /
  • Zukunft
Alter
  • Grundstufe I
  • Grundstufe II
  • Grundstufe I /
  • Grundstufe II
Zeitraum
seit Herbst 2018 laufend, kein Ende

Idee / Ziele

Wir wollen als Schule an unserem Standort einen Beitrag zu einer lebenswerten Welt für alle leisten. Bildung mit Nachhaltigkeit ist dabei doppeldeutig zu verstehen:
Einerseits wollen wir unseren Schüler:innen "nachhaltige" Grundlagen für ihre weiter Bildungslaufbahn mitgeben, sowie Werte, Wissen und Werkzeuge um ressourcenschonend und wertschätzend mit unserer Erde umzugehen. Als Volksschule legen wir nach dem Kindergarten die Grundlagen für das weitere Leben der Kinder. Wenn ein Kind in diesem Altern des Forschens und Entdeckens erlebt, wie unglaublich die Natur ist, wird es später darauf achten. Unsere Schüler:innen tragen die vermittelten Inhalte auch nach außen weiter und bringen sie in die Familien.
Andererseits wollen wir selbst Bildung nachhaltig leben und uns an unserer Schule so verhalten, dass unser ökologischer Fußabdruck zu unseren Werten passt. Kinder lernen ja ganz intensiv auch durch Vorbilder und "gute Beispiele". Als Schule der Diakonie Bildung ist der Grundsatz "Bewahrung der Schöpfung" Teil unseres Schulprofils und gehört zu unseren zentralen Werten.
Zu einer "nachhaltigen" Bildung gehören für uns auch soziale Aspekte, wie die Herzensbildung. Durch die Pandemie und zuletzt auch durch den Krieg in nächster Nähe wurde noch einmal deutlich, wie wichtig es für Kinder und Eltern ist, im Bereich Resilienz und Herzensbildung als Schule intensiv zu arbeiten und die Familien ein Stück weit zu begleiten. Wir haben nun einen Schulcoach und führen oft intensive Gespräche um die Familien bestmöglich zu unterstützen.
Einer der wichtigsten Aspekte der Nachhaltigkeit in unserer Schule ist auch die Förderung im Bereich Naturwissenschaften, denn nur wer die Erde versteht kann sie beschützen. Hier steht das bereits erwähnte Naturerlebnis und die Freude am Forschen und Experimentieren im Vordergrund.

Umsetzung / Ablauf

Als ich vor 4 Jahren die Schule übernommen habe, hatte der Hort an unserem Standort bereits einen Schwerpunkt und war Klimabündnispartner. Wir haben uns dann im Schuljahr 2018/19 gemeinsam dazu entschlossen, für den ganzen Standort diesen Schwerpunkt zu wählen. Zunächst zeigten wir auf, was wir bereits leisten und evaluierten, welche Kolleginnen bereits das Thema Nachhaltigkeit in ihren Unterricht einbauen. Rasch stellten wir fest, dass es eine Haltung, eine gemeinsame Wertvorstellung braucht in dessen Rahmen die Umwelterziehung im Haus gelebt wird. Wir wurden Klimabündnisschule und nahmen an der Klimameilenkampagne teil. Im Herbst des Schuljahres 19/20 brachten wir Struktur in unser Projekt Nachhaltigkeit. Wir bildeten ein Team bestehend aus einer Lehrerin, einer Hortpädagogin, der Schulleitung und der Hortleitung. Die Pädagog:innen überlegen laufend, welche Themen und Angebote im Unterricht bzw. als Hortangebot gut umsetzbar sind. Wir Leitungen suchten nach Möglichkeiten, unseren ökologischen Fußabdruck im Schulhaus zu verkleinern. Dabei waren bzw. sind wir in regem Austausch mit den Teams, selbstverständlich dürfen bei uns auch die Schüler:innen und Eltern ihre Ideen einbringen.
Auf pädagogischer Ebene, in den Klassen und Gruppen wurden folgende Projekte und Aktionen umgesetzt. Die Liste hat aufgrund der Fülle keinen Anspruch auf Vollständigkeit:
- Wir durchforsten am Anfang des Schuljahres die Eule Wien nach Workshops und Lehrausgängen
- Der Müllkasperl kommt im September in alle ersten Klassen
- Karli Kanalräumer besucht alle Klassen
- Besuch der Wasserschule, Ausflug zum Wasserleitungsweg, Workshop zum Thema Wasser, Forschen mit Becherlupen am Wienfluss und am Liesingbach
- Wandertage mit Schwerpunkt Wald als Erholungsgebiet, Forschen mit Becherlupen
- Workshop zum Thema Kleidung, „Welche Reise hat dein T-Shirt hinter sich?“
- Workshop „Kakao“
- Klimameilenkampagne
- Autofasten
- Ameisenfarmen, Schmetterlingslarven in der Klasse
- Frühlingstag mit Pflanzaktionen in allen Klassen
- Ganggestaltung Baum; Die ganze Schule beteiligte sich am Erlebnis Baum (Wurzelformen, Stammarten, Blätterformen und Blattfarben) und gestaltete einen gemeinsamen Baum mit einer Künstlerin
- „Jedes Leben ist lebenswert“: Insekten- und Kleintierwoche
- Experimente mit Pflanzen
- Basteln mit „nachwachsenden“ Naturmaterialien
- Friedensandacht zum Ukraine Krieg
- Schulsonntag: Es gibt nur eine Erde, die Kontinente im Streit
- Projekttage Lebensraum Wald
- Projektwochen Biene (Anlass Bienenpatenschaft)
Für das Schulhaus und in Bezug auf Ressourcen trafen wir folgende Maßnahmen:
- Aufladbare Batterien (schrittweises Ersetzen von Einwegbatterien in Uhren und anderen Geräten)
- Papier wird beidseitig bedruckt, Einführung von Kopiercodes für das Personal
- Einseitig bedrucktes Papier, aussortierte Unterlagen werden als „Schmierpapier“ weiterverwendet
- Keine Hefteinbände mehr
- Keine eingebundenen Schulbücher mehr
- Gesunde Jause in Jausenbox mit Stoffserviette (keine Alu-, Plastikfolie, keine Papierservietten)
- Wir sind Wasserschule. Die Kinder trinken nur Leitungswasser aus Trinkflaschen.
- In den Klassen wird nach Restmüll, Altpapier und Biomüll getrennt, Wertstoffe werden gesammelt und zum nahegelegenen Müllplatz gebracht
- Wir haben keine Müllsäcke mehr.
- Abbestellung von Katalogen und „unnötigen“ Zeitschriften, Newslettern
- Alte Klarsichtfolien werden weiterverwendet
- Auf Anregung des Elternvereines wurde ein „offener Bücherschrank“ eingerichtet, in dem gebrauchte, aussortierte Bücher ein zweites Leben finden. Die Kinder dürfen daraus ausborgen, können die ausgeborgten Bücher wiederbringen, oder für sich behalten.
- Umstellung von kopierten Elternbriefen auf E-Mails
- Nachisolierung der Fenster
- Wir nehmen gebrauchte Schulmöbel aus der Diakoniefamilie und geben unsere gebrauchten Möbel an gemeinnützige Organisationen weiter
- Fundstücke aus den Garderoben, die nicht abgeholt werden spenden wir einem Frauenhaus
- Schulessen das übrig bleibt geben wir dem „Häferl“, einer Essensausgabe unserer Schulkirche
- Ausschließliche Verwendung ökologischer Reinigungsmittel
- Sammlung alter Schultaschen und Materialien für gemeinnützigen Verein
Im Schuljahr 2020/21 übernahmen wir die Patenschaft über einen Bienenstock. Die Kinder überlegten sich Namen für die Bienenkönigin und nach einer Abstimmung unter den Kindern benannten wir „unsere“ Bienenkönigin mit „Queen Bee Blitzi“. Über den Hort waren wir bereits von Oeko Business ausgezeichnet. Im Jahr Frühjahr 2022 wurden wir erneut als Oeko Business Betrieb ausgezeichnet. Wir nahmen am Autofastenprojekt teil und gewannen einen Baum. Der Baum der dabei aus Blättern für jeden Schulweg der Kinder ohne Auto geklebt wurde füllte sich so rasch, dass er bereits 3 Wochen vor Projektende voll war. intensive Arbeit im Bereich Mint, die bei uns ja auch stark mit Nachhaltigkeit verbunden ist, wurde im Frühjahr 2022 mit dem Mint Siegel belohnt.

Learnings

Grund­sätz­lich: Eine Ver­än­de­rung in unserem Verhalten der Erde gegenüber kann nur durch eine ver­än­der­te Haltung passieren. Durch intensive Natur­er­leb­nis­se bekommen Kinder ein Gespür für den Wert der Erde und jedes einzelne Lebewesen. Wenn junge Menschen spüren, dass es ist noch nicht zu spät ist und im Kleinen etwas bewirkt werden kann, wird aus Wut und Protest wieder Krea­ti­vi­tät und aktive Ver­än­de­rung. Junge Menschen über­neh­men dann wieder Ver­ant­wor­tung und tragen diese auch in ihre Familien weiter.
Als Projektleiter:in: Als wir begonnen haben, ohne Zwang, mit viel positiver Ver­stär­kung und bunten Ideen, haben wir darauf geachtet, dass für jeden etwas dabei ist. Wir stellen den Personen frei, ob sie mit den Kindern selbst etwas erar­bei­ten oder jemanden für einen Workshop einladen oder auf Lehr­aus­gang gehen. Wir geben nur vor, dass einmal im Semester intensiv an einem Projekt zum Thema Nach­hal­tig­keit gear­bei­tet bzw. geforscht wird. Auch die Kli­ma­mei­len­wo­che und das Auto­fas­ten sind Fixpunkte an denen alle teil­neh­men müssen. Durch die Freiheit entsteht kein Wider­stand, im Gegenteil es gibt einen kreativen, frucht­ba­ren Boden.

Ergebnis / Weiterentwicklung

Unser standortumfassendes Projekt bleibt in Bezug auf die Bildungsdirektion Teil unseres Schulentwicklungsplanes, als Teil unseres Schwerpunktes „Naturwissenschaftliches Forschen“, auf Diakonieebene ist es Teil unseres Selbstverständnisses, unserer Werte und fix verankert in unserem Schulprofil. Daher werden wir weiter intensiv an unserem ökologischen Fußabdruck arbeiten und ganz selbstverständlich das Thema Nachhaltigkeit in allen Formen im Unterricht behandeln.

Teilnehmer_innen

In unseren nach­hal­ti­gen Schwer­punkt ist der der gesamte Standort invol­viert: Klassen: 1A, 1B, 2A, 2B, 3A, 3B, 4A, 4B, 2 Kin­der­gar­ten­grup­pen am Standort, alle Leh­re­rin­nen, teilweise Eltern und Elternverein

Vorstellung Projektleiter_innen

Mein Name ist Barbara Bauer. Ich bin seit Herbst 2018 begeisterte Schulleiterin der evangelischen Volksschule Gumpendorf. An unserer Schule liebe ich besonders die positive Energie und familiäre Atmosphäre. In unserem kleinen Haus kennen wir jedes Kind, und wissen um die individuellen Besonderheiten des Einzelnen. Als "Lehrerkind" einer Biologielehrerin liegt mir die Umwelt ganz persönlich sehr am Herzen. Genauso wichtig ist es aus meiner Sicht den Kindern Herzensbildung und gesunde Resilienz mitzugeben.
Ich teile mir die Projektleitung mit unserer Hortleitung Silvia Antonicek.

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Bildung mit Nachhaltigkeit

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