Verschleppung und Zwangsheirat im Kontext von Familiengewalt werden häufig als Randphänomene wahrgenommen. Jedoch verzeichnen wir in unsere Praxiserfahrungen derzeit einen alarmierenden Anstieg an Fällen. Viele Betroffene sind junge Menschen, die Schulen, Ausbildungsstätten und andere Bildungseinrichtungen besuchen. In vielen Fällen lassen sich bereits vor einer drohenden Verschleppung oder Zwangsheirat Warnsignale erkennen. Deshalb ist Prävention ein zentraler Ansatz, um Betroffene frühzeitig zu schützen und geeignete Unterstützungsmaßnahmen einzuleiten. Mit unserer Handlungsorientierung möchten wir Fachkräfte im Bildungsbereich dabei unterstützen, mögliche Anzeichen zu erkennen, Situationen richtig einzuschätzen und im Verdachtsfall angemessen zu handeln.