Identität in Vielfach-Dimensionen

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Geschlechterbeauftrage Lernraum14 (Luzia Jorda und Irene Lentsch)
Intersektionalität, Geschlechterreflexivität und strukturelle Inklusion an einer Wiener Pflichtschule
Lernraum14
Linzer Straße 232
1140 Wien
Schwerpunkte
SDG-Award
Alter
Grundstufe I
Grundstufe II
Sekundarstufe I
Zeitraum
Seit Dezember 2024 laufend

Idee / Ziele

Wir setzen uns zum Ziel unsere Schule für das komplexe Zusammenspiel unterschiedlicher Diskriminierungsformen zu sensibilisieren. Dabei betrachten wir, wie genderbasierte Benachteiligung mit Cis-Heteronormativität, Rassismus, Klassismus oder Ableismus zusammenwirkt. Vor diesem Hintergrund hinterfragen wir binäre Geschlechterordnung und eröffnen Räume, in denen Identitäten in ihrer Vielschichtigkeit als gesellschaftlicher und schulischer Standard anerkannt werden. Durch unsere intersektionale Perspektive entsteht handlungsorientiertes Systemverständnis: Soziale Herkunft, Kultur und Geschlechtsidentität sind untrennbar miteinander verwoben. Es geht darum zu verstehen, dass ein Mensch nie nur eine einzige Identität hat. Identitäten stehen nicht einfach nebeneinander oder addieren sich,
sondern greifen ineinander und verschmelzen zu einer eigenen, spezifischen Lebenserfahrung. Wir hinterfragen binäre Geschlechterordnung und öffnen Räume in denen Identitäten in Vielfach-Dimensionen als Standard begriffen werden.

Umsetzung / Ablauf

Sensibilisierung (erledigt)
Wir starten mit Konferenzen, Teamgesprächen und transparenter Kommunikation im gesamten Kollegium, um ein gemeinsames Verständnis und eine tragfähige Basis zu schaffen.

Kick-off & Wissensbasis (begleitend)
Wir entwickeln gemeinsam Standards und einen klaren Rahmen, der Sicherheit für Lehrpersonen und Schüler:innen bietet. Fortbildungen für Lehrkräfte sichern Qualität und Nachhaltigkeit des Projekts.

Raumanalyse & Partizipation (erledigt)
Gemeinsam begehen wir das Schulgebäude und analysieren:
Wo können Barrieren für unsere Schüler:innen entstehen (z. B. Toiletten, Umkleiden, Stiegenhaus, Garderobe, Gänge, …)?
Diese Analyse wird durch Fotoprotokolle ergänzt.

Parallel führen wir ein Safe-Space-Mapping mit Schüler:innen durch: Auf einem Schulplan markieren sie Orte, an denen sie sich sicher oder unsicher fühlen. So identifizieren wir konkrete Angsträume und Handlungsbedarf aus der Perspektive der Beteiligten.

Strukturreform (begleitend)
Wir erarbeiten einen verbindlichen Kodex mit Maßnahmen, zu denen wir uns als Schule verpflichten, sowie Empfehlungen für den Unterricht:
• Angeglichene Pronomen- und Namensverwendung (auch im Klassenbuch, EduPage, ..),
• genderinklusive Sprache (z. B. Gender-Doppelpunkt, Erziehungsverantwortliche, …),
• transparente Kommunikation nach außen (z. B. Schulbehörde, …)
• Pilotprojekte wie jahrgangsübergreifende Klassenbildung nach sozialen statt rein leistungsbezogenen Kriterien

Reflexion & Feedbackschleifen
Wir führen regelmäßige Austauschrunden mit Diversitäts- und Schulqualitätsmanagement sowie mit Erziehungsverantwortlichen durch, um Prozesse zu reflektieren und weiterzuentwickeln.

Öffentlicher Austausch
Durch Vernetzung mit externen Initiativen (z. B. Gender-Netzwerken, …) tragen wir das Thema über die Schule hinaus in den Stadtteil.

Learnings

Schu­li­sche Ent­wick­lung beginnt im Kollegium. Gemein­sa­me Codes, Abspra­chen und Ver­bind­lich­kei­ten entstehen nicht durch Vorgaben, sondern durch einen gemein­sa­men Ver­stän­di­gungs­pro­zess, der Vielfalt und Kom­ple­xi­tät anerkennt. Inklusive Haltung lässt sich nicht verordnen – sie muss gemeinsam ent­wi­ckelt und gelebt werden.
Die Ergeb­nis­se des Safe-Space-Mappings wurden im Rahmen des QMS reflek­tiert und wei­ter­ge­dacht. Dabei braucht es indi­vi­du­el­le Lösungen für betrof­fe­ne Personen, statt pau­scha­ler Maßnahmen. Trans­pa­renz fördert gegen­sei­ti­ge Unter­stüt­zung und stärkt das Vertrauen im Kollegium.
Durch Ver­net­zung eröffnen sich neue Per­spek­ti­ven und Lern­mög­lich­kei­ten. Nach­hal­ti­ge Schul­ent­wick­lung zeigt sich dort, wo Zusam­men­ar­beit, offene Feh­ler­kul­tur und gegen­sei­ti­ge Wert­schät­zung gelebt werden. Inklusion ist kein Ziel, das einmal erreicht wird, sondern ein fort­lau­fen­der Prozess, der die aktive Mit­wir­kung aller erfordert.

Ergebnis / Weiterentwicklung

Gibt es ein Ergebnis Deines Projektes? Soll das Projekt weiter ausgebaut werden? Ist die Wiederholung des Projektes in mehreren Klassen der Schule geplant? Möchtest Du ein weiteres Projekt initiieren, das auf diesem aufbaut? (bitte ca. 300 Zeichen)

Unterrichtsprojekte werden weiter ausgebaut, doch der zentrale Ansatzpunkt bleibt die gemeinsame Haltung. Diese bildet die Grundlage für nachhaltige Entwicklung und wirksames Handeln.
Aktuelle Herausforderungen ergeben sich insbesondere durch neue Personen im System sowie durch die Außenwirkung der Schule. Gleichzeitig gilt es, die Rolle und Verantwortung der Erziehungsverantwortlichen stärker ins Bewusstsein zu rücken und aktiv einzubinden.
Entscheidend ist, dass Haltungsarbeit nicht als Zusatz, sondern als verbindlicher Kern schulischer Entwicklungsprozesse verstanden wird.

Teilnehmer_innen

Schule Lernraum14

Vorstellung Projektleiter_innen

Geschlechterbeauftrage Lernraum14 (Luzia Jorda und Irene Lentsch)

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    Projekt:

    Identität in Vielfach-Dimensionen

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