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Sprache und Recht (Unterrichtsfach am Gymnasium für Berufstätige)

"Aus meiner Sicht kann man daher nichts Besseres tun, als Rechtskunde in Grundzügen schon im Schulsystem zu vermitteln." - Univ.-Prof. Dr. Christian Piska

"Sprache und Recht" zielt darauf ab, die Studierenden mit dem für das Leben erforderlichen juristische Wissen und Können auszustatten und sie zum selbsttätigen Bildungserwerb anzuregen.

Idee / Ziele

1.1. Die Studierenden sind in der Lage, die Beziehung zwischen Sprache und Recht im Hinblick auf historische und zeitgenössische Problemstellungen kritisch zu hinterfragen.

1.2. Die Studierenden zeigen die Bereitschaft und Fähigkeit, sich selbstständig mit den Funktionen der Rechtssprache auseinanderzusetzen und ihre Bedeutung für die Aufrechterhaltung institutioneller Machtstrukturen zu erkennen.

1.3. Die Studierenden verfügen über grundlegendes Wissen zu den Aufgaben, Begriffen und Strukturen des Öffentlichen Rechts und des Privatrechts in der Republik Österreich.

1.4. Die Studierenden können grundlegende rechtsdogmatische Fragestellungen selbstständig bearbeiten und sind mit zumindest einer empirischen Methode der Angewandten Rechtslinguistik vertraut.

1.5. Besonderes Augenmerk ist auf die Abschnitte „Stärken von Selbsttätigkeit und Eigenverantwortung“ und „Herstellen von Bezügen zur Lebenswelt“ des Zweiten Abschnitts zu legen.

1.6. Die didaktischen Grundsätze der Fächer Geschichte und Sozialkunde sowie Latein bilden die Grundlage des im Wahlpflichtfach Anwendung findenden Kompetenzmodells.

Piska, Christian. 2018. Podiumsdiskussion "Sprache und Recht in der Schule". Online verfügbar unter https://staatsrecht.univie.ac.at/team/piska-christian/past-events/other-events/detailansicht-2/news/podiumsdiskussion-sprache-und-recht-in-der-schule/?tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&cHash=2310db98ea13ddee16d137fc4758231b (5 Juni 2019).

Umsetzung / Ablauf

Schritt 1: Anfrage bei Direktion und Personalvertretung

Schritt 2: Anfrage bei Österreichischer Gesellschaft für Rechtslinguistik für die wissenschaftliche Mitbetreuung)

Schritt 3: Planung, Konzepterstellung, Leistungsfeststellung und -bewertung, Beurteilungskriterien

Schritt 4: Review und Auswahl der Unterrichtsmaterialien (MANZ, Recht kompakt)

Schritt 5: Review und Auswahl der Korpusanalyse-Tools für den Unterricht

Schritt 6: Auswahl der Exkursionstermine ins Landesgericht für Strafsachen

Schritt 7: Evaluation durch das Zentrum für Lehrer*innenbildung

Learnings

3.1. Sachkompetenz:
3.1.1. Recht als gesellschaftliches Konstrukt;

3.1.2. Grundlagen des Öffentlichen Rechts;

3.1.3. Grundlagen des Privatrechts;

3.1.4. Grundlagen der Rechtsphilosophie;

3.1.5. die Rechtsnorm;

3.1.6. das Rechtsgut;

3.1.7. Geltung und Effektivität von Recht;

3.1.8. Sprache und Auslegungsmethoden (Wortinterpretation, systematische
Auslegung, historische Auslegung und teleologische Auslegung);

3.2. Methodenkompetenz:
3.2.1. Analyse und Auslegung von Rechtssprache in ausgewählter
rechtslinguistischer Literatur;

3.2.2. Analyse und Auslegung von historischen und zeitgenössischen
Rechtstexten;

3.2.3. Analyse und Auslegung von Gesetzesvorschlägen;

3.2.4. Analyse von Hauptverhandlungen am Landesgericht für Strafsachen;

3.2.5. Analyse und Interpretation von sprachlichen Problemstellungen anhand
historischer und zeitgenössischer Fälle;

3.2.6. Analyse und Interpretation von rechtslinguistischen Fachtexten.

3.3. Reflexionskompetenz:

Bewusstseinsbildung über
3.3.1. die Divergenz zwischen gewöhnlichem und juristischem
Sprachgebrauch;

3.3.2. die Divergenz zwischen gewöhnlicher Sprachinterpretation und
juristischer Auslegung;

3.3.3. die Diskursivität allen juristischen Denkens und Handelns („Recht im
Diskurs”)

3.3.4. die Machtstrukturen im juristischen Sprachgebrauch („Macht durch
Sprache“);

3.3.5. Sprache als Instrument in Rechtsverkehr, Rechtsschutz und
Rechtsstaatlichkeit

Ergebnis / Weiterentwicklung

Es ist eine Ausweitung des Faches iSd des bereits bestehenden Angebots am Gymnasium für Berufstätige (z.B. Ökonomie) angedacht. Auch wird eine Kooperation mit anderen Abendgymnasien und "Tages"gymnasien in Österreich erwogen. Seitens der Studierenden wurde mehrfach der Wunsch geäußert, die Reifeprüfung "auch in Recht" ablegen zu wollen.

Teilnehmer_innen

Daniel Leisser (ist für die inhaltliche und wissenschaftliche Gestaltung des Faches verantwortlich)

Harald Mang (tritt mit Oktober 2019 in den wohlverdienten Ruhestand)

Aylin Özçelik (übernimmt die Mitbetreuung des Faches)

Zielgruppe sind Studierende des Abendgymnasiums (7. und 8. Semester - entspricht 8. Klasse "Tages"-AHS)

Die wissenschaftliche Begleitung und Betreuung des Faches erfolgt über die Österreichische Gesellschaft für Rechtslinguistik (ÖGRL)

Das Fach wird derzeit durch das Zentrum für Lehrer*innenbildung evaluiert.

Vorstellung Projektleiter_innen

Daniel Leisser

Daniel Leisser studierte Anglistik, Amerikanistik und Geschichte an der Universität Wien und schloss sein Studium mit ausgezeichnetem Erfolg ab. Seine rechtswissenschaftliche Ausbildung absolvierte er an der Universität Edinburgh. Sein wissenschaftliches Interesse gilt dem Datenschutzrecht, der Gesetzesauslegung und Legistik, und der Rolle sprachlicher Unbestimmtheit im österreichischen Strafverfahren.

Aylin Özçelik

Aus dem oberösterreichischen Salzkammergut abstammend studierte ich seit 2011 Latein und Biologie und Umweltkunde an der Universität Wien. Nach einem teils amüsanten teils prüfungsbeladenen Studentenleben darf ich nun am Wiener Abendgymnasium meinen Beruf als Lehrerin ausüben.

Links zum Projekt

http://wien.abendgymnasium.at/recht-und-gerechtigkeit/
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