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Into the Woods! Waldfilmtage

Film als kollaborative Praxis.

Idee / Ziele

Für das Projekt wurde eigens ein Wahlmodul konzipiert. Kern des Projekts waren vier Tage, welche das Team gemeinsam mit einem Musiker, einer
Performancekünstlerin, einem Szenographen und der projektleitenden Filmemacherin am Ölerhof im Innviertel verbrachte. In einem offenen Prozess wurde an einem gemeinsamen Filmwerk gearbeitet, das die besondere Konstellation der Mitwirkenden spiegelt.

Es gab kein Drehbuch oder vorgegebenes Thema, sondern das Werk entstand Stück für Stück aus den Beiträgen aller Beteiligten.
Die abgeschiedene Umgebung war Big Band, Bühne, Sinneskarussell und Drehort. Es standen alte Nutzbauten, Scheunen, Werkstätten und natürlich die umgebende Landschaft als Arbeitsort und Filmset zur Verfügung. Die Beteiligten konnten sich ganz auf das Hier und Jetzt des gemeinsamen Arbeitens einlassen und dem eigenen Arbeitsrhythmus folgen.

Schulintern wurden die Ergebnisse beim Schulfest im Juni 2018 präsentiert.
Am 20. Oktober 2018 gab es außerdem im Votivkino eine festliche Premiere.

Umsetzung / Ablauf

22 Schüler/innen nahmen am Wahlmodul „Waldfilmtage“ Teil. Das Modul erstreckte sich in wöchentlichen Doppelstunden über das gesamte Sommersemester. Das Programm strukturierte sich rund um vier Tage im April, die die Schüler/innen gemeinsam mit Verena Faißt, der Lehrerin Verena Lassnig, dem Soundkünstler Werner Möbius, dem Szenographen und Kunstvermittler Florian Miedl und der Performance-Künstlerin und Musikerin Sabine Marte am Ölerhof im Innviertel verbrachten. Im Vorfeld gab es einen Termin, an dem sich das gesamte Team in der Schule kennenlernte und die Produktionstage geplant wurden. Ziel war es, dass im Rahmen des Aufenthalts ein gemeinsames Filmwerk entstehen würde. Dazu standen ein mobiles Soundstudio, professionelles Kamera-Equipment, ein Seminarraum sowie alle definierten und undefinierten Räume des alten Gutshofs zur Verfügung. Im Nachhinein arbeiteten die SchülerInnen in kleinen Teams mit dem entstandenen Film- und Soundmaterial. So entstand nicht nur ein Film sondern eine ganze Filmwelt, die in Form einer Webdocumentary online zu sehen ist (http://www.verenafaisst.com/waldfilmtage).

Die Waldfilmtage am Ölerhof in Oberösterreich waren ein voller Erfolg. Die Hoffnung, dass in einem etwas abgeschiedenen Setting ein Raum geschaffen werden kann, der es ermöglicht, dass eine Gruppe Jugendlicher sich auf einen offenen, professionellen künstlerischen Prozess einlässt, hat sich erfüllt. Dass etwas entsteht, was es nur in dieser spezifischen Konstellation von Menschen, Zeit und Raum geben kann. Keine Everyday-Sorgen, die ablenken, keine Matheprüfung, die in der Stunde darauf droht, keine Shopping-Verabredung, die gestört hätte.

Die vier gemeinsamen Tage haben soviel tolles Material entstehen lassen und so nachhaltig begeistert, dass die Schüler/innen in den folgenden Wochen trotz der anstrengenden Phase in der Schule zur undankbaren Unterrichtszeit von 16:20 bis 18:00 abends mit bewundernswerter Konsequenz weitergearbeitet haben. Sich das komplexe Videoschnittprogramm aneignend haben sie, unterstützt von ihrer Lehrerin und von Verena Faißt, unterschiedliche Versionen eines Films aus dem gemeinsamen Pool an Material geschnitten.

Learnings

Die Schüler/innen und Künstler/innen haben sich gegenseitig inspiriert, haben gewerkt, gedacht, entdeckt, gemacht und es sind unglaublich qualitätvolle, sinnliche, aufregende Dinge entstanden. Und ganz selbstverständlich haben die Schüler/innen Fäden zwischen den unterschiedlichen Ergebnissen gesponnen, Ideen verknüpft und Gemeinsames entstehen lassen. Gerade die Momente des Dazwischen, beim Frühstück, am Lagerfeuer, auf dem Weg in den naheliegenden Wald, wurden genutzt um weiterzudenken, zu erfinden und sich auszutauschen.

Der Bildnerische Erziehungs-Lehrplan ist leider begrenzt, wie auch der Unterricht in seinem Rahmen. Umso mehr sind Projekte wie die Waldfilmtage notwendig, um den Schülern/innen eine andere Perspektive zu schenken, einen Einblick in tatsächlich künstlerische
Produktion (anstatt des Kurzprojekt-orientierten BE-Unterrichts, aufgrund seiner Ausgerichtetheit auf die rein theoretische Reifeprüfung).

Die Waldfilmtage waren ein wertvolles und unvergleichbares Projekt. Verena Faißt hat als künstlerische Leiterin sowohl eine starke Idee als auch ein kompetentes Team zusammengestellt, das den Schülern/innen einen real-künstlerischen Zugang auf Sound- und Filmproduktion ermöglichte.

Ergebnis / Weiterentwicklung

"Into the Woods! Waldfilmtage" war Teil einer Kollaborationsreihe des Vereins "Unsichtbare Elefanten" mit insgesamt 6 Wiener Schulklassen, die im Frühjahr 2018 stattfand.

Am 20. Oktober 2018 fand im Votivkino ein kleines Festival statt, bei dem alle Filme aus dieser Serie präsentiert wurden. Dabei konnten sich die verschiedenen Filmteams persönlich kennenlernen und die Premiere ihrer Filme gemeinsam feiern.

Alle Filme der "Unsichtbaren Elefanten" sind unter http://www.verenafaisst.com nachzusehen.

Auch dort zu finden ist das Pilotprojekt zu den Waldfilmtagen "MAMIHLAPINATAPAI" (http://www.verenafaisst.com/work/mamihlapinatapai), dass 2017 auch am BRG19 stattfand.

Teilnehmer_innen

Schüler/innen:

Darin LOVRIC
Katharina PAYER
Canan RAMAZANOGLU
Natascha BISCHOF
Dominik HAUER
Lilian KILPATRICK
Esther LINTON-KUBELKA
Carolina CHRISTOFFER
Kariem EL SAEDI
Kira SCHMUTH
Olivia SERGI
Ognjen UGRCIC
Jakob WURDAK
Anand BAYANJAV
Emil FRAUENDORFER
Emily KURAS
Isabella ROTH
Lea TLAPA
Fiona GARTLGRUBER
Anna KAPAUN
Lena SCHÖNTHALER
Fanni ZEKERT

Konzept und künstlerische Leitung: Verena Faißt
Projektleitung Schule: Verena Lassnig
Soundrecording, Komposition und Mastering: Werner Möbius
Workshopleitung Performance: Sabine Marte
Workshopleitung Location: Florian Miedl

Ein Projekt von Unsichtbare Elefanten – Kunstverein zur Förderung unwahrscheinlicher Kollaborationen zusammen mit dem BRG19 Krottenbachstraße.

Mit der Unterstützung von KulturKontakt Austria, culture connected, den Bezirken Alsergrund und Döbling, dem Votiv Kino und dem Ölerhof.

Vorstellung Projektleiter_innen

Verena Faißt ist die Gründerin des Vereins "Unsichtbare Elefanten - Kunstverein zur Förderung unwahrscheinlicher Kollaborationen".
Sie ist Filmemacherin, Photographin, Bühnenbaumeisterin für den unsichtbaren Elefanten, Expertin für noch nicht erfundene Sprachen, Gestängekonstrukteurin für Sauerstoffzelte hinter dem Mond und Klangmeisterin für Unerhörtes. Sie arbeitet innerhalb, außerhalb und an den Grenzen pädagogischer Kontexte.
Seit 10 Jahren ist sie als Workshopleiterin im Trickfilmstudio des ZOOM-Kindermuseums tätig.
Studium an der Hochschule für Gestaltung Karlsruhe, Akademie der bildenden Künste Wien und Fotoschule Friedl Kubelka. Lehrgang für Kulturmanagement am Institut für Kulturkonzepte.
Derzeit Doktoratsstudium in künstlerischer Forschung (PhD in Art) an der Universität für angewandte Kunst Wien, betreut von Prof. Barbara Putz-Plecko. Zusätzlich Studium in KKP und DEX (BA) an der Universität für angewandte Kunst.

Verena Lassnig unterrichtet seit 2012 Bildnerische Erziehung und Textiles Gestalten am BRG19 Krottenbachstraße 11-13. Sie hat 2012 ihr Diplomstudium in KKP und TEX an der Universität für angewandte Kunst abgeschlossen.

Links zum Projekt

http://www.verenafaisst.com/waldfilmtage/
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Facts

Verena Faißt und Verena Lassnig
BRG19 Krottenbachstraße 11-13
Krottenbachstraße 11-13
1190 Wien
Sekundarstufe 2
10. Stufe, 11. Stufe, 12. Stufe
Bildnerische Erziehung - Wahlmodul Waldfilmtage
Februar bis Oktober 2018