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Gestaltung von Pinnwänden als Hommage an Friedensreich Hundertwasser

Gestaltung der Pinnwände der Klasse, um den Teamgeist zu erfahren, die Klasse als Wohlfühl-Raum zu gestalten und gestalterisch in die Welt der Farben einzutauchen.

Idee / Ziele

"Was der Künstler sich wünscht, ist ja nicht Lob, sondern Verständnis für das, was er angestrebt hat, einerlei, wie weit sein Versuch gelungen sei." Hermann Hesse

Im dritten Jahr unserer gemeinsamen Arbeit in einer Klasse mit integrativ geführten Kindern, mit Kindern, die kein Wort Deutsch oder Englisch sprechen, mit Kindern, die traumatische Erlebnisse hatten, mit SchülerInnen, die sozial benachteiligt sind, konnten wir feststellen, dass all diesen jungen Menschen etwas gemeinsam ist: Sie finden durch Kunst zueinander und lernen die Freude und das Lachen wieder.
Die Vielfalt der Materialien, die herrlichen Farben beseelen unsere SchülerInnen. Viele hatten noch nie einen Farbpinsel in der Hand…
Nachdem wir einen neuen Klassenraum beziehen wollten, war klar, dass wieder Farbe an die Wände musste, um den Kindern den Alltag in der Schule farbenfroher, bunter und schöner zu gestalten.

Umsetzung / Ablauf

Die 7 Pinnwände wurden grundiert, mit Dispersionsfarbe gestrichen und dann kam die Idee, spontan mit Lackstiften vorzuzeichnen. Es war herrlich anzusehen, wie rasch aus Linien eine Art Landschaft über 4 Pinnwände wuchs, sich Häuser mit Zwiebeltürmchen einfügten und dann die Idee von Zirkelkreisen ins Spiel kam. Die Sonne schien und Regentropfen verteilten sich über diese bizarre Linienanordnung, Flüsse sind erkennbar, Tränen sind in einer Art Kopflandschaft am Ende dieser Pinnwände erkennbar, fast traurig erscheint der Landschafts- und Wasserfluss in einer unerdenklichen Buntheit. Die Farbgestaltung ist unkonventionell, naiv, aber wirkt trotz der unrealistischen Weise nicht erdrückend oder infantil. Die Zirkelkreise strahlen in Buntheit und symbolisieren den ewigen Kreislauf der Natur, die Strukturiertheit im Bild. Das Ende des Bildes ist kein fließender Landschaftsabschluss, sondern eine vermenschlichte Landschaft in Kopfform, Augen und viele Tränen sind klar sichtbar.
Die Interpretation des Bildes liegt natürlich wie immer im Auge des Betrachters. So haben wir es auch bei unseren SchülerInnen belassen. Wir wollen deren Kreise nicht stören.

Dass Friedensreich Hundertwasser vorbildhaft zu erkennen ist, bemerkt auch Herr Kommerzialrat Andreas Leo Danner im Jubiläums-Journal der WKO.

Learnings

Die ProjektteilnehmerInnen stellen auf rührender Weise Identität, Kultur und Persönlichkeit zur Schau.
Die Kunstwerke beeindrucken gerade durch die große kreative Vielfalt. Diese Vielfalt ist ein Sinnbild für die vielen Menschen unterschiedlicher Muttersprachen, Nationen und Kulturlandschaften in unserer Schule.
Die ungewöhnliche, kontrastreich wirkende Arbeit, als dennoch einheitliches Kunstwerk, bringt nicht nur Aufhellung mit Licht in den Klassenraum, sondern auch Freude beim Hinschauen! Die Klasse wird zum KunstSozialRaum! Die Aufgabe war es, eine großflächige Gouachearbeit zur persönlichen Identität zu gestalten. SchülerInnen aus Thailand, den Philippinen, aus dem Iran, aus Afghanistan, aus Syrien, der Türkei, Serbien, Bosnien, Kroatien und Österreich nahmen Bilder von Hundertwasser als Anregung für die Farbgestaltung. Die Ergebnisse sind teils angelehnt und teils vollkommen entfremdet. Die Rahmen wurden grundiert und die Motive spontan skizziert. Die Farben wurden von den KünstlerInnen selbst gewählt und zum Abschluss feuerfest besprayt.
Die aktive Beteiligung am künstlerischen Prozess eröffnet den SchülerInnen die Chance, sich neu zu erleben, sich auszuleben, zu entfalten und Selbstvertrauen zu erlangen. Die soziale und kulturelle Vielfalt unserer Kids findet sich sehr anschaulich in diesem Malprojekt wieder.
Wir sind sehr gerührt über das Engagement der KünstlerInnen und freuen uns gemeinsam über den Siegerplatz in der Kategorie der 9. bis 13.Schulstufe. Das Preisgeld von 1000 Euro werden wir sinnvoll nutzen.

Ergebnis / Weiterentwicklung

Friedrich Hundertwasser hinterlässt seit einigen Jahren seine Spuren im Schulhaus. Mit Gewissheit werden weitere Projekte in Anlehnung an den großen Meister folgen.

Teilnehmer_innen

AktivistInnen: Integrationsklasse P4 und DFKL-SchülerInnen

WKO für Arznei/Parfümerie/Drogerie/Chemikalien/Farbhandel (in Kooperation mit dem Bezirksvorsteher, der MA56 und dem Farbenhändler Karl Schwoiser)

Vorstellung Projektleiter_innen

Projektleiter:

Dipl.Päd. Christine Horacek, BEd

Dipl.Päd. Cengiz Tatlilioglu, BEd

Wir sind dankbar, dass sich unsere Kinder so engagiert und mit viel Herz , Farbe und Farbherz umgesetzt haben, das Arbeiten mit dem Pinsel hat doch hohe Konzentration erfordert und das Ergebnis lässt sich sehen.

Links zum Projekt

https://news.wko.at/news/wien/35-Jahre--Grau-raus---Bunt-rein-.html
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