Zum Inhalt der Seite springen

Das elektrische Geheimnis der Chemie

- ein Lernbuch für Volksschulkinder, gestaltet von den Mitgliedern unseres naturwissenschaftlichen Clubs

Zwei Schülerinnen mit Schutzbrillen Fundfünf kleinen Farb-Töpfchen sitzen an einem Tisch, das Mädchen links hält ein Plastikbehältnis in der Hand, aus dem eine Art Strohalm herausreicht.

Idee / Ziele

Unsere Schule, die NMSI & JHS in der Konstanziagasse 50, in 1220 Wien, pflegt gute Kontakte zu einigen Volksschulen unseres Stadtbezirkes. So entstand im Naturwissenschaftlichen Club der Schule (NAWICKO50) die Idee, ein Lernbuch für die Kinder der Volkschule zu erstellen.
„Das elektrische Geheimnis der Chemie“, so auch der Titel des Buches, soll von den Kindern der Volksschule entdeckt werden, denn das Verständnis des Zusammenhangs zwischen Elektrizität und Chemie ist eine wesentliche Grundlage dafür, unsere Kinder an IMST- Innovationen heranzuführen. Unser Buch sollte eine spannende Anleitung zum Forschen und Experimentieren werden.

Umsetzung / Ablauf

Bevor wir das Buch zusammenstellten, wollten wir selbst herausfinden, wie wir das elektrische Geheimnis der Chemie entdecken könnten. Wir stellten also viele Fragen und versuchten sie durch geeignete, einfache Experimente zu beantworten:
In welchen Stoffen kann ein elektrischer Strom Fließen?
Mit dem Rotkrautsaft – Indikator untersuchten wir, welcher Art die Flüssigkeiten sind, die elektrischen Strom leiten können. Die Naturbeobachtung, dass fließendes Wasser eine Quelle benötigt, brachte uns auf den Gedanken, dass auch der elektrische Strom, wenn er fließt, aus einer Quelle kommen muss. Das führte uns zur nächsten Frage:
Was steckt in einer Batterie drin?
Rotkrautsaft verriet uns basische Lösungen und mit „Oxidant“ zum Haare färben aus der Drogerie entdeckten wir Braunstein.
Schließlich bauten wir selbst Batterien aus Kupferrohrstücken, Bleistiftanspitzern aus Magnesium, Waschsoda- und Zitronensäure- Lösungen. Wir experimentierten auch mit Kartoffeln und Zitronen. Mit Hilfe von Elektrizität haben wir Wasserteilchen in Sauerstoff- und Wasserstoff- Teilchen „zerrissen“ und sie wieder mit einem Knall zu Wasser verbunden. Mit Zucker, Demokrit, Thales von Milet und dem Internet gelang es uns schließlich, das elektrische Geheimnis der Chemie zu enthüllen:
Es sind die Elektronen, die zwischen den Hüllen der Atome hin und her tanzen. Sie erzeugen Elektrizität und bestimmen, auf welche Weise sich Atome verbinden oder sich wieder voneinander trennen!
Entstanden ist ein spannendes und unterhaltsames Buch, das zum Experimentieren einlädt und das schon jetzt zahlreiche Interessenten in den Volksschulen gefunden hat. Bis zum Ende Herbstsemesters des Schuljahres 2017/18 wird es in gedruckter Form bei uns erhältlich sein!

Learnings

In unserem naturwissenschaftlichen Club sind nicht nur Kinder der 1.-4. Klassen vertreten, was zu einem wunderbaren Effekt des wechselseitigen voneinander Lernens führt, der Anteil der Mädchen an der Gruppengröße liegt bei 65%. Im Club zählt allein das Interesse am Forschen und Experimentieren, so dass neben Kindern mit besonderem Intellekt auch Kinder mit geistigem oder verhaltensmäßigem Förderbedarf tätig sind. Dieses sehr gute, sich wechselseitig ergänzende Miteinander wirkt sich natürlich auch positiv auf die Klassen aus, in denen die SchülerInnen sonst im Schulalltag lernen. Denn sie sind stolz darauf, im naturwissenschaftlichen Club der Schule mitarbeiten zu dürfen und tun dies auch durch ihre Vorbildwirkung kund.

Ergebnis / Weiterentwicklung

Das Projektthema an sich ist von Nachhaltigkeit getragen. Es ist ja nicht nur so, dass die Kinder ihre eigene Forschungsarbeit während ihrer Schulzeit in Form dieses Buches über Jahre hinweg dokumentiert sehen, es für das eigene Lernen, Wiederholen, aber auch als Referenz bei späteren Schul- und Berufsentscheidungen nutzen können, die Buchform an sich erlaubt auch ein analoges Vorgehen in anderen Themenbereichen wie Energie, Klima oder neue Technologien. So planen wir ein weiteres Lernbuch zum Thema Energie.
Zusätzlich ist das natürlich ein toller pädagogischer Effekt, wenn zum Beispiel die VolksschülerInnen selbst die in diesem Buch beschriebenen Experimente nachvollziehen, um zu überprüfen, ob sie zu den gleichen Ergebnissen wie die Akteure des Buches kommen. Dies fördert ein kritisches und nach Wahrheit suchendes Verhalten, was infolge der Medien und Informationsvielfalt unserer Gesellschaft unbedingt in den Focus der Bildungsarbeit gehört. Der erste Probedruck des Buches kam auch schon in einem Nawi- Seminar für Volkschullehrerinnen und Volkschullehrer zum Einsatzund erzielte hier ein großes Interesse und Aufmerksamkeit. Dieses Buch wurde vom Verband der Chemielehrerinnen und – Lehrer Österreichs und im Rahmen eines IMST-Wettbewerbes mit Preisen gewürdigt.

Teilnehmer_innen

Akteure und Buchgestaltung: 24 SchülerInnen der 1.-4. Klasse des Nawi- Clubs unserer Schule
Projektleitung: Fachlehrer für Physik und Chemie Herr Rendchen
Administrative Unterstützung: Direktorin Frau Hülber
Korrekturlesung: Fachlehrerin für Deutsch Frau Rojek
Sponsoren: Fa. NLV, Michael Buchsbaum / Verlagsgesellschaft M.B.H. Lipura

Vorstellung Projektleiter_innen

Der Projektleiter Wolfgang Rendchen, Jahrgang 1958, schloss 1979 mit sehr gutem Erfolg sein Lehramtsstudium für Physik, Chemie und Mathematik an der Friedrich- Schiller-Universität in Jena ab, übersiedelte 2003 aus dem deutschen Bundesland Thüringen nach Österreich. Seit 2012 arbeitet er als Fachlehrer für Physik und Chemie an der NMSI & JHS, Konstanziagasse 50 in 1220 Wien. Mit der Zielsetzung, die naturwissenschaftliche Betätigung in den Fokus der Schule und der Öffentlichkeit zu rücken, wurde unter seiner Leitung und mit Unterstützung der Direktorin Frau Hülber am 06.12.2012 der Naturwissenschaftliche Club NAWICKO50 gegründet. Darüber hinaus wurde der Tag der offenen Tür eine Präsentationsshow naturwissenschaftlicher Experimente. Seit 2014 haben sich der Tag der Naturwissenschaften am Tag der Wiener Schulen und die experimentelle Halloweenshow zur Schultradition entwickelt. Herr Rendchen ist Mitglied des VCÖ und des Vereins zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts. Er besucht regelmäßig fachspezifische Fortbildungsveranstaltungen so zu letzt auch ein Seminar im CERN in Genf.
Er leitet selbst Seminare für Physik- und ChemielehrerInnen sowie für den naturwissenschaftlichen Sachunterricht an den Volksschulen. Sein besonderes Interesse gilt der Verbindung von einfachen, anschaulichen und lehrreichen Experimenten mit der Nutzung digitaler Medien. Dabei orientiert er sich nicht nur an den bildungspädagogischen Konsequenzen der Industrierevolution 4.0 sondern auch an einem Weltbild, das Gendergerechtigkeit, kulturelle und religiöse Vielfalt sowie dem neuesten Erkenntnisstand aus Wissenschaft und Technologien gerecht werden soll. Im Schuljahr 2016/2017 wurden die naturwissenschaftlichen Aktivitäten der Schülerinnen und Schüler sowie die Projektarbeit des NAWICKO50 mit zahlreichen, Geld- und Sachpreisen gewürdigt.

Zurück zur Projektübersicht

Facts

Der Projektleiter vor weißem Hintergrund. Er hat graues Harr, trägt einen kurzen Bart und lächelt.
Wolfgang Rendchen
Informatikmittelschule und Junior High School Konstanziagasse 50
Konstanziagasse 50
1220 Wien
Sekundarstufe 1
5. Stufe, 6. Stufe, 7. Stufe, 8. Stufe
Physik, Chemie
seit Oktober 2016 laufend